Home

Back

KfF: Die Klasse für Fremdsprachige

 

Im August 1992 wurde die Anpassungsklasse für fremdsprachige Kinder (APK) in Thun neu gegründet. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde den fremdsprachigen SchülerInnen der Oberstufe Hilfe in Form von Deutsch - Zusatzunterricht angeboten, jedoch waren sie von Anfang an in eine Regelklasse eingeteilt. Die ohnehin nicht einfache Aufgabe der Oberstufenlehrkräfte wurde damit um einen Bereich erweitert, welcher das Mass der Möglichkeiten und des noch Zumutbaren überschritt. Mit der unaufhörlich steigenden Zunahme von fremdsprachigen Kindern in diesem Alter musste ein anderer Weg gesucht werden: Die Anpassungsklasse wurde ins Leben gerufen.

Mit einem speziellen Lehrplan konnten nun die fremdsprachigen SchülerInnen in der *APK* individueller gefördert werden. Die vorgegebenen und hier erreichbaren Ziele lauteten:

  • Bestmögliche individuelle Förderung und Integration der SchülerInnen.

  • Intensiver Deutschunterricht.

  • Einführung in das schweizerische Alltagsleben.

  • Vorbereitung auf den Übertritt in eine Regelklasse.

Aus der Erkenntnis heraus, dass Integration nicht nur Anpassung bedeutet, wurde die Klasse bald einmal in *Klasse für Fremdsprachige* umbenannt.

 

Sprachübungen im PC-Raum

Die steigende Anzahl von Ausländern, die durch die Wirren im Balkan in die Schweiz kamen, zeigte rasch auch ihre Auswirkung auf die KfF . Die angestrebte Richtzahl von vierzehn Jugendlichen pro Klasse konnte nicht mehr eingehalten werden - auch nach der Stabilisierung der politischen Situation auf dem Balkan nahm die Zahl der Immigranten nicht ab. Die Schülerzahlen in der KfF stiegen auf über zwanzig und pendelten sich dann im Bereich von 15 - 18 SchülerInnen ein.

 

Dass die Lernfortschritte bei einer überfüllten KfF geringer ausfielen und die Integration in eine Regelklasse dadurch erschwert wurde, war die logische Konsequenz. Mit zusätzlichem abteilungsweisen Unterricht, den das Inspektorat bewilligte, wurde die Effizienz der Schulung wieder gesteigert.

Unterricht in der KfF

Die SchülerInnen werden in Deutsch, Mathematik, NMM, in textilem und nichttextilem Gestalten, in Musik, in Zeichnen und in Turnen unterrichtet. Während Neuankömmlinge am Elementarsten arbeiten (dazu zählen: Hören, Verstehen und Sprechen, Erarbeiten eines Grundwortschatzes und Festigung - mitunter auch Einführung! - der vier mathematischen Grundoperationen), sind die Ansprüche an die Fortgeschrittenen höher, mit dem Ziel, ihnen einen Uebertritt in die Regelklassen oder in die als zehntes Schuljahr anschliessende BSI (Berufsvorbereitung mit Schwerpunkt in der Integration von Fremdsprachigen) möglich zu machen: Ein weitgehendes Verständnis des Hochdeutschen wird als Bedingung dafür angesehen.

  

Der Unterricht stellt hohe Anforderungen an die Fach- und Sachkompetenz der verantwortlichen Lehrkräfte. Jedes Kind muss nach seinem individuellen Wissensstand abgeholt werden und nach seinen eigenen Möglichkeiten gefördert werden. Mit individualisierendem Wochenplan und dem Einsatz moderner, auf die Bedürfnisse der Schüler und Schülerinnen ausgerichtete  Lehrmittel werden die gesteckten Ziele  in der Regel erreicht.