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Vom Peschu zum Primarschulkreis Thun I

     

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Auszug aus der Festschrift, die der damalige Schulvorsteher Ernst Mühlethaler
zur 75-Jahrfeier des Pestalozzischulhauses verfasst hat:

Nach der Jahrhundertwende erkannte die Stadt Thun, dass ihre bestehenden Schulanlagen überlastet waren. Bald war man sich einig, dass die „neue Schule“ im Westquartier zu platzieren sei, wenn nötig sogar westlich der „Velo-Matte“, die für den neuen Bahnhof vorgesehen war. So kam es, dass die Gemeinde  „weit ausserhalb“ der Stadt dafür Boden erwarb, was einiges Erstaunen erregte.

Zu einem  „verantwortbaren“ Quadratmeterpreis von Fr. 6.50 erwarb die Gemeinde die Schmid - Liebi - Matte: ein Bauland von  69 Aren, dazu noch einige Aren zur Erschliessung, vor allem für neue Strassen. Noch gab es die Pestalozzistrasse nicht. Der damalige Zelgweg wurde dann zu dieser neuen Fahrstrasse ausgebaut.

  

 
 

Der Zelgweg - heute die Pestalozzistrasse

Am 20. November 1907 bewilligte die Gemeindeversammlung in der Stadtkirche mit 181 gegen 15 Stimmen einen Kredit von Fr. 550’000.- für ein einziges Schulhaus!  

Es wurde ein Projektwettbewerb ausgeschrieben, auf welchen 24 Architekten ihre Ideen und Berechnungen einreichten. Ausgewählt wurde von einer aus sehr kritischen Fachleuten zusammengesetzten Jury das Projekt Nr. 13 unter dem Motto „Pestalozzi“.

Projekt "Pestalozzi"
 
Augenfälligster Unterschied zum heutigen Bau ist die an die Hauptfassade
direkt anschliessende Turnhalle: Der Durchgang fehlt.

Im Mai 1908 begannen die Bauarbeiten. Die reinen Baukosten für Schulhaus und Turnhalle betrugen schliesslich Fr. 495’654.-. Die Einweihungsfeier wurde von den Behörden und der Baukommission auf Sonntag, den 3. Oktober 1909, festgelegt.

Das Pestalozzischulhaus 1909 bei der Einweihung

Nach der Einweihung zogen in 24 Klassen rund siebenhundert Kinder ins Pestalozzischulhaus ein. (Ihre Zahl stieg in der Mitte der Vierzigerjahre noch einmal an, bis auf den Höchststand 56 Kindern pro Klasse!)

1947 kam zur bestehenden Anlage die Eigerturnhalle auf der andern Seite der Pestalozzistrasse hinzu, ohne die ein ordentlicher Turnunterricht nicht mehr möglich gewesen wäre.

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Bis zum Beginn der Achtzigerjahre war das Schulhaus im Lerchenfeld dem Vorsteher der Primarschule Pestalozzi unterstellt. Nachdem die Schule im Lerchenfeld aber gewachsen war, wurde sie mit einem eigenen Vorsteher selbstständig (Ernst "Aschi" Grundbacher), jedoch blieben die beiden Schulen bis zur Umgestaltung des bernischen Schulsystem durch eine gemeinsame Schulkommission und auch durch viele gesellschaftliche Anlässe freundschaftlich miteinander verbunden.

Die Reform 6/3 führte dazu, dass die Schulkreise der Stadt Thun völlig neu gezeichnet wurden. Es entstanden vier grosse Kreise, deren Zentren die vier Oberstufenschulen der Stadt Thun bilden (Buchholz, Strättligen, Progymatte und Länggasse), umgeben von den zugehörigen Kindergärten und Primarschulen. Daneben wurden Allmendingen, Lerchenfeld und Goldiwil zu drei selbstständigen Kreisen mit eigener Schulkommission erklärt. Neu waren und sind auch die Kindergärten nicht mehr einer unabhängigen Kommission unterstellt, sondern werden von der gleichen Kommission, die auch für die Schulklassen des Kreises zuständig ist, betreut.

Im Schulkreis I fanden sich die Schulhäuser Göttibach, Aarefeld, die damalige "Uebungsschule am Seminar" und spätere Schulhaus Seefeld, das Pestalozzischulhaus und das Oberstufenschulhaus ("Sekundarstufe I") Länggasse. Nachdem die Stadt beschlossen hatte, das Aarefeldschulhaus zu schliessen und abzubrechen, wurde es in den verbleibenden Schulen deutlich enger: Die bisherigen Aarefelder fanden Aufnahme in den Räumen des Pestalozzischulhauses und in der der Oberstufenschule Länggasse - Räume, die bis dahin grosszügig für Kurse und für Gruppenarbeiten zur Verfügung gestanden hatten und die schon bald schmerzlich fehlten.

Mit der Jahrtausendwende krempelte Erziehungsdirektion nun auch noch die Lehrerausbildung völlig um. Das Seminar im Seefeld wurde zu einem musischen Gymnasium, und die Uebungsschule, bis anhin in den Räumlichkeiten des Seminars beheimatet, musste einen neuen Standort finden. In einem Dominosystem wurde das zehnte Schuljahr (Werkjahr), bisher gegenüber des Seminars in einem Barackenbau provisorisch untergebracht, einmal mehr gezügelt und dafür entstand nun am gleichen Orte die Primarschule Seefeld.

Nun sind in den drei verbunden Baracken der Kindergarten Seefeld und die beiden Schulklassen unter einem Dache vereint.

         

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