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Ernst Mühlethaler,
Schulvorsteher bis 1987, erzählte in heiterer Runde gerne, wie er als junger
Lehrer 1949 beim Amtsantritt im Pestalozzischulhaus empfangen worden ist: Nämlich
gar nicht, der Schulleiter war in Frankreich inhaftiert - "i dr Chefi, z Frankriich"!
Was war geschehen? Eine Gruppe von
Lehrern hatte in den Frühlingsferien eine Reise nach Paris unternommen.
Auf der Rückfahrt sei der Zug im Bahnhof Pontarlier stundenlang zurückgehalten
worden. Da habe der Schulvorsteher Baumgartner ärgerlich
die Scheibe heruntergezogen und seinem Unmut mit
einem lauten "A
bas la France!" Luft gemacht - eine Aktion, die, besonders unter dem noch frischen
Eindruck des letzten Krieges, bei den Einheimischen nicht nur Sympathien zu wecken
vermochte. Jedenfalls seien kurzum zwei Gendarmes dahergekommen und
hätten den Provokanten verhaftet und abgeführt.
Das Thuner Tagblatt
wusste am 25. April 1949 dazu zu berichten:
"Die Geschwister
Baumgartner wurden auf Kaution aus dem französischen
Gefängnis entlassen. Ueber die Vorfälle im Bahnhof Pontarlier wird
gesagt, dass die Reisenden stundenlang aufgehalten und unfreundlich
behandelt worden seien. Für den darauffolgenden Ruf "Nieder mit
Frankreich!" sei Baumgartner von den Franzosen als Urheber angesehen
worden."
* Werner Baumgarter erreichte ein hohes Alter. Bei seinem Tod liess er der Schule ein Legat über fünftausend Franken zurück, mit dem Auftrag, dieses sei für Schulreisen
zu verbrauchen. Dem Willen des Erblassers
wurde 1995 Rechnung getragen: Während die jüngeren Kinder einen Tag in einem Spiel- und Tierpark in der Nähe von Biel verbrachten, reisten die Grösseren
mit Cars zum Baden ins Alpamare nach Pfäffikon.
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